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Tierra
de Muñecas + + + die Welt der Puppen + + + the world of
Artistdolls
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Auf der ganzen
Welt werden Puppen gesammelt. Durch die große Nachfrage sind die Preise
für perfekte, wertvolle und seltene Puppen sehr in die Höhe gegangen.
Aber was ist eigentlich perfekt? Ist das eine Puppe an der nichts fehlt?
Um einen höchstmöglichen Preis zu erzielen, werden Puppen restauriert
und ihre zerschlissene Kleidung und zerzausten Perücken werden durch
neue ersetzt. Manchmal kann man kaum erkennen, dass sie alt sind. Sie
können uns nur noch wenig von früher erzählen, denn der Kontakt mit
der Vergangenheit ist wegrestauriert. Leider wird oft vergessen, dass
Puppen zum Gebrauch bestimmt waren.
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Durch eine
Beschädigung verlieren sie zwar einen Teil ihres Handelswertes, aber
meist bleibt ihre Schönheit erhalten.
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Wenn jemand die Puppe kaufen
wollte, mit der früher ihre Großmutter gespielt hat, könnten Sie
einen Preis bestimmen? Und wenn sie viel Geld dafür bekommen könnten,
wäre es dann unvernünftig, die Puppe nicht zu verkaufen?
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Jede Sammlung
ist anders, auch in den Museen. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten
eine Sammlung aufzubauen. Niemand braucht
sich dabei von teuren, perfekten Puppen blenden lassen. Es geht letzten
Endes um die Liebe zur Sache selbst. |
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Man sollte sich dabei nicht von
anderen Sammlern beeinflussen lassen, die auf bestimmte Arten
herabsehen. Jeder erlebt schließlich alles anders.
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Sie sollten nicht
vergessen, dass eine Puppe erst dann ein ausgefülltes Leben hinter sich
hat, wenn ein Kind intensiv mit ihr gespielt hat. Eigentlich könnte man
Puppen mit Blumen vergleichen, die wir uns in die Wohnung stellen. Der
eine möchte lieber einen Rosenstrauß oder eine einzelne Rose haben,
der andere jedoch hat eine Vorliebe für bunte Sträuße. Zum Glück
kann jeder selbst auswählen, was ihm gefällt!
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Was hat die Sammlung alter Puppen mit
zeitgenössischer Puppenkunst zu tun? Das fragen Sie sich sicher - oder?
Was haben alte Puppen überhaupt mit Kunst zu tun? Sind alte Puppen
wertvoll? Warum und wie sammelt jemand Puppen? |
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Genau
diese Fragen wollen wir mit dieser Ausstellung beantworten. Aber
vielleicht müssen wir dazu ein wenig weiter ausholen. Also
beginnen wir einmal von vorne... Wir stehen in Triest in
einer engen Gasse und betreten durch eine ganz normale Haustüre
eine andere Welt! |
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Hier lebt
eine alte Dame die ihr Leben unter anderem damit verbracht hat,
mit ihren Puppen zu leben. |
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Als ihre Eltern starben, fand sie am
Dachboden drei Reisekörbe gefüllt mit Puppen. Zu Puppen hatte
sie keinen Bezug. Sie selbst besaß nur eine Puppe - eine Puppe
der Turiner Firma Lenci, die sie als Kind von ihrem Vater
geschenkt bekommen hatte. |
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Doch Puppen haben eine große Macht.
Mit dieser Macht verlangt und erhält die Puppe Respekt und
Achtung, ja auch liebevolle Pflege. |
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Eine Puppe wird nicht
weggeworfen. Wenn sie kaputtgeht, wird sie repariert. Sie wird
sorgfältig aufbewahrt und vererbt. |
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Gar so schön waren ihre Fundstücke
nicht anzusehen, deshalb beschloss sie, die Puppen im Laufe der Jahre
wieder zu restaurieren.
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Dreißig Jahre hat sie damit zugebracht, und
dadurch, dass sie sich in ihrer Freizeit viel mit Puppen beschäftigte
bekam sie natürlich auch von ihren Bekannten und Freunden immer wieder
neue Puppen dazugeschenkt.
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Die Sammlung wurde immer größer und
umfangreicher. Durch diese Sammlung zieht sich sozusagen ein
Lebensfaden. Sie hat weder unter dem Gesichtspunkt der Wertigkeit noch
der Besonderheit gesammelt. Es ist ganz einfach die Sammlung eines
Menschen, der eine besondere Beziehung zu ganz bestimmten Dingen
entwickelt hat. Hier wurde die Puppe zum Zeitzeugen.
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Auch Sie werden
sicher viele Wegbegleiter ihres eigenen Lebens in dieser Sammlung
wiederfinden! |
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Gegen
Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts verlässt die
Puppe den Bereich des Handwerks und wird zu einem
Industrieprodukt. Die typischen Merkmale gehen jedoch nicht
verloren, da vor allem bei der Herstellung der Köpfe, Rümpfe
und Kleidung die Handarbeit noch immer eine große Rolle
spielte. |
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Die großen
Puppenindustrien entwickeln sich unter anderem auch dadurch, dass
männliche und weibliche Arbeitskräfte in sehr armen sozialen Schichten
und auch in Waisenhäusern und Gefängnissen angeworben werden. Dabei
werden am liebsten junge Mädchen angestellt. Auch die Heimarbeit hatte
einen großen Anteil an der Produktion. Auf diese Weise haben die
aufstrebenden Fabriken sehr geringe Kosten. Sie beuten viele Menschen aus
und lassen sie unter miserablen Bedingungen arbeiten - meist in ungesunden
Gebäuden und bei schlechter Beleuchtung. Für die ärmsten Klassen
blieben diese Puppen Luxuspuppen und waren unerreichbar. |
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Schön
langsam entwickelt sich daraus eine andere Strömung, die schließlich
zur modernen Puppe der fünfziger und sechziger Jahre führt.
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Längst
verloren gegangen ist die Aura des wertvollen, fast geheiligten
Gegenstandes.
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Die Puppe des 20. Jahrhunderts ist ein
Spielzeug. Sie will
gebraucht und konsumiert werden und eine wichtige Funktion beim Spiel
der Kinder.
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Die niedrigen Kosten haben zu Folge, dass man die Puppe,
wenn sie kaputt ist, einfach wegwirft und eine neue kauft. Dieser
Prozess ist typisch für die Konsumgesellschaft dieses Jahrhunderts.
Vollends außer Kontrolle geriet er, als die Kunststoffe aufkamen. Dies
sind die letzten Jahre, in denen die Spielwarenindustrie noch Triumphe
feiert und für Qualität sorgt.
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Die von den Weltkriegen geprägten
Jahre sind weder für die Menschen noch für die Puppen eine gute Zeit
gewesen. In der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ist von
Puppen keine Rede. Es gibt keine Rohstoffe, die historischen Fabriken
sind geschlossen oder zerstört oder sie sind einfach am Ende. Ohne
Aufträge und Kundschaft. In der langsamen Aufbauphase kommen völlig
neue Werkstoffe auf, anfangs das Celluloid, später die echten
Kunststoffe.
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| Aus ihnen werden künftig alle Puppen sein.
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Die
PuppenGALERIE mit online Shop |
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Hier
finden Sie Künstlerpuppen aus Vinyl, Porzellan und anderen
Materialien. Künstlerpuppen von Annette Himstedt, Hildegard Günzel,
Philip Heath, Susi Eimer, Evelyn Lindner, Gabriele Braun Heidi
Ott, Götz und vielen anderen Puppenkünstlern und
Manufakturen... |
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